| Brustkrebs - Risikofaktoren, Vorbeugung, und Behandlungsmöglichkeiten |
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Für die Betroffene bedeutet die Diagnose "Krebs" oft den Verlust der bisherigen Selbstverständlichkeit zu leben, den Sturz aus der Normalität, das Ende der Zukunft. Das Mammakarzinom
ist heute in den Industrieländern die häufigste
Krebserkrankung der Frau. Dabei sind Unsicherheit und Ängste ein wesentlicher
Grund dafür, daß bislang nur etwa ein gutes Drittel der Frauen die Krebsfrüherkennungsuntersuchung
wahrnimmt. Onkologische Therapiekonzepte erfordern nicht nur umfassendes, stets aktualisiertes Wissen - viele Ansätze sind in Bezug auf Wirkung, Sinn und wissenschaftliche Beweisbarkeit umstritten. Hier werden die bekannten Risikofaktoren sowie Möglichkeiten der primärpräventiven Maßnahmen und Behandlungen erörtert. Krebs gehört, ebenso wie die Arteriosklerose, zum natürlichen Alterungsprozeß. Die Frequenz von Krebserkrankungen ist der Preis für die stark gestiegene Lebenserwartung in unserer Zivilisation. Nicht jeder vermag die vielfältigen onkogenen Noxen (Strahlenschäden, toxische Umweltgifte, toxische intermediäre Stoffwechselprodukte und Immunkompromittierungen), mit denen wir lebenslang konfrontiert werden, effektiv zu eliminieren. Die biologische Verfassung des Individuums bestimmt das Risiko, an Krebs zu erkranken. Brustkrebs ist heilbar, wenn er früh genug erkannt wird = individuelle Früherkennungs-Anamnese. In den westlichen Industrieländern ist das Mammakarzinom die häufigste Krebsart bei Frauen (21% aller Malignome). Jährlich wird in Deutschland ca. 50.000 mal die Diagnose Mamma-Ca neu gestellt; 19.000 Frauen sterben jährlich an dieser Krankheit. Statistisch betrachtet bedeutet dies, daß in Deutschland jede achte Frau an Brustkrebs erkrankt. Risikofaktoren
Kann eine Frau durch vernünftige Ernährung ihr Brustkrebsrisiko senken? Es gibt eine Menge Hinweise, die dafür sprechen. Wichtig sind hier: Konsum von Tabak, Kaffee und Alkohol sowie Ernährungsgewohnheiten mit hohem Fett- und Fleischanteil bei wenig Fisch- und Vitaminanteilen. Neue statistische Daten zeigen, daß evtl. 40 bis 60 Prozent aller Brustkrebsfälle durch eine 50-prozentige Reduktion des Fettverzehrs vermieden werden können. Frauen mit Mammakarzinom scheinen höhere endogene Östrogenspiegel als nicht erkrankte Frauen zu haben. Auf dieser Basis könnte auch interpretiert werden, warum japanische Frauen mit vergleichsweise niedrigen Östrogenspiegeln wesentlich seltener an Mammakarzinom erkranken. Eine amerikanische Multicenterstudie ergab, daß mit einem einfachen Geschlechtshormonspiegel-Bluttest das Brustkrebsrisiko von Frauen bestimmt werden kann. Diagnose Bis heute werden ca. 80 % aller Knoten von den Frauen selbst entdeckt!
Entsprechend den internationalen Empfehlungen soll ab dem 40.Lebensjahr jährlich eine Mammographie durchgeführt werden. Das Strahlenrisiko ist dabei äußerst gering und steht in keinem Verhältnis zu dem Nutzen der Früherkennungsuntersuchung. Etwa 90% aller frühen Brusttumoren sind mit moderner Mammographie zu entdecken. Bisher gibt es hierzulande für das Mammographie-Screening keine allgemein akzeptierten Regeln. Behandlung Zur Therapie des Mammakarzinoms bieten sich heute zahlreiche Möglichkeiten an. Wenn die Malignität eines Brustknotens festgestellt wurde, hängt es in erster Linie vom Tumorstadium und vom Verhältnis Tumorgröße zu Brustgröße ab, ob man brusterhaltend operieren kann. Die Prognose der Erkrankung an einem Mammakarzinom steht meist eng mit der Primärtumorgröße in Zusammenhang, d.h. daß die Prognose um so günstiger ist, je früher die Erkrankung entdeckt wird. Durch die Strahlentherapie und die neoadjuvante Chemotherapie kann mittlerweile bei 80 Prozent der Frauen mit Brustkrebs das Trauma einer Amputation erspart werden. Dennoch: jährlich wird bei ca. 19.000 deutschen Patientinnen auf diese körperlich und psychisch schwer belastende Therapie zurückgegriffen. Die Art des operativen Eingriffs hat jedoch keinen Einfluß auf die Rate von Fernmetastasen und auf die Gesamtüberlebensrate. Eine Verbesserung der Langzeitprognose ist auch von der axillären Lymphonodektomie nicht zu erwarten. Eine Erhöhung der Überlebensrate ist nur durch eine zusätzliche systemische Therapie möglich. Meistens bringt jedoch eine aggressive Chemotherapie der Patientin nur eine geringe Lebensverlängerung, aber bei schlechter Lebensqualität. Wir wissen bisher nicht, welche Patientinnen davon profitieren. Der Behandlungsstandard in Deutschland entspricht oft nicht mehr den neuesten medizinischen Erkenntnissen. Aber die Mehrheit der Patientinnen wird von Ärzten lanciert. Wir brauchen dringend neue, innovative Therapiekonzepte. Denn morgen - wie jeden Tag - sterben in Deutschland über 50 Frauen an Brustkrebs! |
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© 2000, Dr. med. Laitenberger |