| Harninkontinenz der Frau |
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Aufgrund
der gestiegenen Lebenserwartung muß nach Angaben der WHO in den nächsten
Jahren weltweit mit mehr als 200 Millionen Inkontinenten gerechnet werden.
Die Zahl jener Patienten, die mit Harninkontinenz zu tun haben, bewegt
sich auch in Deutschland in Millionenhöhe. Der Entstehung von Störungen der Harnspeicherung und Harnentleerung bei der Frau liegt ein komplexes Zusammenspiel von peripher-organischen und zentralnervös-funktionellen Faktoren zugrunde. Dabei ist bei Gesunden eine Akkomodation unterschiedlicher Füllungsvolumina möglich, ohne das eine kritische Erhöhung des Blaseninnendruckes eintritt. Die Harnblase als plastisches muskuläres Hohlorgan bildet mit dem Verschlußapparat eine funktionelle Einheit, die einer komplexen Regulation und verschiedenen Einflüssen unterliegt. So kann die Miktionsstörung neben organischen, neurologischen und zerebralen Erkrankungen auch
Als Harninkontinenz wird jede Form des objektiv nachgewiesenen unkontrollierbaren Harnverlustes - als Ausdruck einer Störung im Zusammenspiel von Füllphase und Entleerungsphase der Harnblase - bezeichnet. Die Ursachen liegen in der Regel entweder in einer Schwäche des Verschlußapparates oder in einer Instabilität der Detrusorfunktion. Die Häufigkeit und der Schweregrad der Inkontinenz steigt mit zunehmendem Alter, mit der Zahl der Geburten und mit dem Grad der Adipositas. Insbesondere die Inkontinenz alter Menschen ist heute zu einem brennenden medizinischen und sozioökonomischen Problem geworden. Zwischen 30 und 50 Prozent der Seniorinnen über 65 Jahre sind davon betroffen; in Pflegeheimen sind es sogar bis zu 70 Prozent. Die Miktionsstörungen im Alter infolge Interaktion verschiedener pathophysiologischer Ursachen dürfen trotz aller Probleme nicht als altersbedingt "natürlich" abgetan und hingenommen, sondern müssen als Symptom begriffen und behandelt werden. Sie sind oft diagnostisch und therapeutisch erfolgreich anzugehen. Multifaktorielle Ursachen der Miktionsstörungen erfordern allerdings variable Therapien. Es kommt darauf an, daß die Patienten ihre Erkrankung als Herausforderung zur Mitarbeit und nicht als Bedrohung empfinden, wenngleich der Leidensdruck der Frauen sehr groß ist. Einmal inkontinent bedeutet nicht immer inkontinent. Gleichwohl sind auch kurzfristige Erfolge in der Regel nicht zu erwarten. Entscheidend für eine effiziente Therapie ist eine sehr genaue und evtl. durch aufwendige Anamnese und spezielle Untersuchungen gesicherte Diagnose. |
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© 2000, Dr. med. Laitenberger |