| Hysteroskopie in der Geburtenregelung |
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Es entspricht nicht nur dem Trend der Zeit, den Klinikaufenthalt - wenn dies medizinisch vertretbar ist - so kurz wie möglich zu halten. Neben wirtschaftlichen Überlegungen steht vor allem der Wunsch der meisten Patientinnen im Vordergrund, den stationären Aufenthalt möglichst zu vermeiden. Die Möglichkeit, verschiedene gynäkologische Erkrankungen endoskopisch zu diagnostizieren und zu operieren, kommt diesem patientenbewußten und gleichzeitig kostensparenden Trend sehr zugute. Die Hysteroskopie hat in den letzten Jahren zunehmend an Interesse und Bedeutung gewonnen. Sie ist heute aus dem Arsenal der gynäkologischen Diagnostik- und Therapieverfahren nicht mehr wegzudenken und schließt damit eine wichtige diagnostische und therapeutische Lücke. Dies gilt sowohl für die Klinik als auch für die Praxis des niedergelassenen Frauenarztes. Einen festen Platz hat die Hysteroskopie in der Diagnostik und Therapie bei intrauteriner Kontrazeption eingenommen. Besonders in der Schwangerschaft ist die Verwendung eines Hysteroskops mit Arbeitsschaft, wobei die Spirale sicher gefaßt und schonend über die Fruchtblase hinweg geführt werden kann, immer der "blinden" Extraktion vorzuziehen. Diese Technik hat sich inzwischen international bereits als "klassisch" etabliert. Ein "verlorener Intrauterin-Pessar" läßt sich hysteroskopisch auf zuverlässige und wenig traumatische Weise fast immer problemlos zum Teil unter Verwendung eines Arbeitsschaftes extrahieren, auch wenn Versuche der Extraktion unter Ultraschallsicht erfolglos waren. Zurückgebliebene Schwangerschaftsprodukte stellen eine ernste Komplikation nach einem spontanen oder induzierten Abort dar. Sie steigern das Risiko für Blutungen, Infektionen und sekundäre Sterilität durch Ausbildung intrauteriner Synechien. Hier zeigte sich die Hysteroskopie der Sonographie in Bezug auf die Diagnosestellung ebenfalls überlegen. "Die Bewältigung des rapiden Weltbevölkerungswachstums ist eine Schlüsselfrage für die Zukunft der Menschheit", betonte Dr. jur. H.Fleisch, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung. Unser Planet dürfte auf Grund des medizinischen Fortschritts schon in diesem Jahrhundert mit ca. 12 Milliarden Menschen hoffnungslos übervölkert sein; 98 Prozent dieses Wachstums finden dabei in den Entwicklungsländern statt. Die Politik der Industrienationen hat sich dieser Herausforderung bedauerlicherweise noch nicht ernsthaft angenommen. Auch aus humanitären Gründen hat das Menschenrecht auf Familienplanung in der heutigen Zeit höchste Priorität. Nach UN-Schätzungen ist weltweit jede dritte Schwangerschaft ungewollt. Jedes Jahr gibt es 50 Millionen Abtreibungen mit allen ihren fatalen Folgen, 30 Millionen davon in Entwicklungsländern. Dem kreativen Mediziner obliegt für die Zukunft die Aufgabe, Probleme der Geburtenkontrolle, der Bevölkerungsbeschränkung auf freiwilliger und humanitärer Basis zu lösen. Und zwar so, daß die Patientin weniger belastet wird und die Akzeptanz der Geburtenkontrolle durch Individuum und Gesellschaft zunimmt. Gewiß stellen Schwangerschaftsabbrüche immer ein äußerst schwieriges ethisches Problem dar. Dabei dürften die Gynäkologen trotz aller Bemühungen auch in der Zukunft mit dem Problem eines Schwangerschaftsabbruches konfrontiert werden. Um so wichtiger ist es, die Durchführung der Schwangerschaftsabbrüche möglichst risikoarm zu machen. Bis heute sterben weltweit jährlich ca. 70.000 Frauen und Mädchen an den Folgen einer nicht korrekt ausgeführten Abtreibung. In den Industrieländern stirbt eine von 3 700 Frauen, die diesen Eingriff vornehmen läßt. Seit Dezember 1999 ist auch in der Bundesrepublik der medikamentöse Abbruch erlaubt. Bisher übertrug der operative Abbruch der Schwangerschaft in den Augen der Frau dem Arzt wenigstens einen Teil der Last. Mit Einsatz von Mifegyne würden die betroffenen Frauen "aktive Täterinnen". Es darf bezweifelt werden, dass diese Methode sich in der routinemäßigen Durchführung bis zum 49.Tag p.m. bewähren wird: die Ärzte sollen nach dem Gesetz zusätzlich die Rolle des Kaufmanns, der Apotheker und des Kassierers übernehmen. Der erheblich höhere Betreuungsaufwand bleibt dabei unberücksichtigt. Dazu kommt noch die Problematik mit den mit Mifegyne zu kombinierenden Prostaglandinen, da die Prostaglandine für diese Indikation nicht zugelassen sind. Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ähnelt in seinem Verlauf einer Fehlgeburt, führt häufiger zu Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und protragierten Blutungen. Das Verfahren dauert erheblich länger und ist letztlich auch weniger erfolgreich als der chirurgische Eingriff. Es besteht eine über mehrere Tage anhaltende Unsicherheit, ob es überhaupt zu einem vollständigen Schwangerschaftsabbruch kommt. Immer früher möglich gewordene zuverlässige Diagnostik einer Gravidität ermöglicht heute hysteroskopische Embryo Enukleation - HEE - bereits in den frühen Schwangerschaftswochen ohne die vollständige instrumentelle Endrometriumtraumatisierung. Die Invasivität ist dabei minimal. Das durch vorherige Gestagengabe transformierte Endometrium blutet spontan ab. Der Eingriff kann unter Sicht und in der Regel ohne Anästhesie sehr schonend durchgeführt werden. Die instrumentelle Kürettage im klassischen Sinne führt vergleichsweise zu einer wesentlich stärkeren Gewebetraumatisierung und Aktivierung des Gerinnungssystems sowie zu erhöhter Verletzungsgefahr, es besteht ein wesentlicher Unterschied in der Invasivität. Ernstzunehmende körperliche Komplikationen wie Zervixriß, Uterusperforation, Infektion, Blutverlust, Narkosezwischenfall, Thromboembolien und persistierende Gravidität werden bei der Anwendung der hysteroskopischen Embryo Enukleation praktisch ausgeschlossen. Lange Zeit beschränkte sich intrauterines Operieren lediglich auf mit mechanischen Instrumenten durchgeführte kleinere Eingriffe. Mit der Einführung des Resektoskops und des Lasers und damit der Möglichkeit gezielter Blutstillung ist die Hysteroskopie für eine Vielzahl von Indikationen die Methode der Wahl geworden. Die transzervikalen blinden Verfahren und viele abdominale Eingriffe werden in Zukunft der Vergangenheit angehören. Es ist die Zeit gekommen den Gebrauch dieser so logischen Methode zum Wohle der Patientin voranzubringen. Ambulante Hysteroskopie kann in Zukunft wie der Krebsabstrich heute in der Praxistätigkeit integriert sein. |