Implanon
 

Seit Juni 2000 gibt es mit Implanon in Deutschland eine völlig neue Methode zur Empfängnisverhütung. Das moderne Implantat besteht aus einem kleinen, flexiblen und dünnen Kunststoffstäbchen, das direkt unter die Haut des Oberarmes gelegt wird. Das Implantat ist eine der sichersten Methoden der Empfängnisverhütung; in den umfangreichen Studien wurde bisher keine einzige Frau schwanger. Vom ersten Tag an bietet Implanon eine sehr hohe Sicherheit zur Empfängnisverhütung, die bis zu drei Jahren bestehen bleibt.

  • Implanon ist ein einfach anzuwendendes Langzeitkontrazeptivum
  • Implanon ist ein reines Gestagenimplantat in Form eines Stäbchens, das unter die Haut des Oberarms eingesetzt wird.
  • Implanon bietet drei Jahre lang Empfängnisschutz.
  • Implanon ist eine äußerst sichere Kontrazeptionsmethode.
  • Implanon verhindert primär den Eisprung. Während der Anwendung von Implanon bleibt die physiologische endogene Östrogenproduktion bestehen.
  • Der Schleim im Gebärmutterhals verdickt sich, so dass die Samenzellen am Eindringen in die Gebärmutter gehindert werden.
  • Implanon kann jederzeit entfernt werden; die vorher bestehende Fruchtbarkeit der Frau kehrt dann schnell wieder.
  • Implanon umgeht den Magen-Darm-Trakt (sicher auch bei Erbrechen und Durchfall).
  • Wie bei anderen reinen Gestagenkontrazeptiva können die Blutungen unter Implanon unregelmäßig und schwächer sein oder ausbleiben.

Die Verhütung mit Implanon eignet sich für Frauen in jedem Alter und in verschiedenen Lebensphasen, insbesondere für Frauen,

  • die eine einfache Langzeitverhütung wünschen
  • die mit anderen Kontrazeptiva nicht zufrieden sind
  • die synthetisches Östrogen nicht vertragen oder bei denen es kontraindiziert ist
  • die ihre Familienplanung abgeschlossen haben: Bevor sie sich endgültig für eine Sterilisation entscheiden

Das Implantat besteht aus einem biologisch nicht abbaubaren, flexiblen Stäbchen von 40 mm Länge und 2 mm Durchmesser aus dem Polymer E.V.A. (Ethylenvinylazetat) und ist silikonfrei. Es enthält 68 mg des Gestagens Etonogestrel (ENG), des aktiven Metaboliten von Desogestrel; die durchschnittliche Freisetzungsrate während drei Jahren beträgt 40 Mikrogramm ENG pro Tag. Da das Gestagen in Implanon direkt in den Blutkreislauf abgegeben wird, ist die tägliche Hormonmenge sehr niedrig, wesentlich niedriger als bei der Mikropille. Implanon enthält kein Östrogen.

Die Einlage erfolgt direkt unter die Haut an der Innenseite des weniger aktiven Oberarmes. Durch Anwendung des Applikators ist kein Hautschnitt notwendig. Mit einem Lokalanästhetikum wird der Einlagebereich betäubt. Der Vorgang ist vergleichbar mit einer Blutentnahme. Anschließend wird für 24 Stunden ein Druckverband angelegt, um die Schwellung zu verhindern. Wenn die betäubende Wirkung abnimmt, kann es ein wenig schmerzen. In einigen Fällen können vorübergehend Juckreiz , Spannungsgefühl, Hautausschlag, leichte Schwellung oder blaue Flecken auftreten. Entzündungen, Nachblutungen oder Nervenverletzungen sind extrem selten. Das Implantat ist nicht sichtbar, kann aber mit den Fingerspitzen leicht ertastet werden.

Vorzugsweise wird Implanon zwischen dem ersten und dem fünften Tag der Monatsblutung eingelegt. Nach einer Entbindung kann Implanon - wenn die Mutter nicht stillt – drei bis vier Wochen nach der Entbindung eingesetzt werden.

Implanon kann, wie andere rein gestagenhaltige Kontrazeptiva, zu variablem Blutungsmuster führen. Das liegt daran, daß sich die Gebärmutterschleimhaut nicht monatlich neu aufbaut und abgestoßen wird, wie das bei östrogenhaltigen oralen Verhütungsmitteln der Fall ist. Bei Implanon bewirkt das Gestagen, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nur schwach aufbaut. Dadurch werden die Monatsblutungen schwächer und kürzer oder bleiben eventuell ganz aus. Insgesamt ist, besonders in den ersten Monaten nach dem Einlegen, mit unregelmäßigen Blutungen zu rechnen. Etwa die Hälfte (47%) der Frauen, die Implanon verwenden, haben keine oder eine kürzere und schwächere Blutung als Frauen, die keine hormonellen Verhütungsmittel einnehmen. Etwa 20% der Frauen sind amenorrhoeisch. Das Ausbleiben der Blutung ist medizinisch völlig harmlos und kein Zeichen einer Schwangerschaft. Bei Dysmenorrhoe führt Implanon zu deutlicher Besserung.

Wie bei allen Kontrazeptions-Methoden sollte die Frau im ersten, dritten und sechsten Monat, später regelmäßig alle sechs Monate, zur Kontrolluntersuchung gehen.

Die Entfernung das Implantats kann jederzeit erfolgen, ist aber nach spätestens drei Jahren erforderlich. Wie beim Einlegen wird die Haut mit einem Lokalanästhetikum betäubt. Danach wird das Stäbchen durch ein kleinen Schnitt von zwei Millimetern entfernt. Wenn die Frau ein neues Implantat wünscht, kann es an derselben Stelle, sofort nach dem Herausnehmen des alten, eingesetzt werden.

 

© 2000, Dr. med. Laitenberger

 

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