| Präventive Medizin |
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"Gesundheit ist nicht Alles, aber ohne Gesundheit ist Alles nichts". Arthur Schopenhauer Die moderne
Medizin hat den präventiven Aspekt bislang stark vernachlässigt. Tradition,
Gesundheitssystem, Ausbildung, vielleicht auch Persönlichkeit sind dafür
verantwortlich, daß die meisten Ärzte mehr an der Heilung von Krankheiten
als an der Erhaltung der Gesundheit interessiert sind. Jeder einzelne weiß sehr wohl, daß man Gesundheit erst dann so richtig schätzen lernt, wenn sie abhanden gekommen ist. Wir erleben alle, daß die klassische Medizin trotz aller faszinierender Erfolge in den letzten hundert Jahren auch auf vielen Gebieten an Grenzen gelangt ist, die ein Umdenken erfordern, will man sie überschreiten. Über die Frage allerdings, wie körperliches und seelisches Wohlbefinden zu erhalten sind, wird seit Menschengedenken kontrovers diskutiert. Der Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens sein individuelles, von allen anderen Menschen unterschiedliches Model der Welt, seiner Welt, handelt bewußt und unbewußt entsprechend dieser subjektiven "inneren Landkarte" und richtet sein Verhalten danach aus. Dennoch bleibt die Anpassung an die aktuellen Gegebenheiten eine fast unverzichtbare Forderung eines natürlichen Entwicklungsprozesses in unserer schnellebigen Zeit. Dies bedeutet jedoch nicht, daß die Ärzte alle Modetrends umsetzen müssen. Gleichwohl müssen wir akzeptieren, daß die biologischen und biopsychischen Steuerungen einen Sinn haben. Der gesunde Mensch wird mit umfassender Organleistungsfähigkeit geboren, viele haben nach 50 Jahren nur noch ca. 30 Prozent davon. Und das Schlimmste ist: Sie merken den Organverschleiß erst, wenn es zu spät ist! Denn, in unserem inhumanen Medizinsystem kommt der Arzt chronisch zu spät und die meisten medizinischen Einrichtungen arbeiten nur reaktiv, währenddessen für die Prävention ebenso die Zeit fehlt wie für die Nachsorge. Gleichzeitig macht sich in der Gesellschaft ein Perfektionsanspruch breit. Die moderne Medizin braucht auch gerade deshalb eine neue philosophische Grundlage; es bedarf einer radikalen Veränderung des heutigen medizinischen Selbstverständnisses. Ich bin davon überzeugt, daß die Medizin inzwischen vor einem Paradigmenwechsel steht. Sie wird sich in zunehmendem Maße ihrer eigenen Defizite als bloße Reparatur-Medizin bewußt. Die moderne Medizin ist reich an wissenschaftlichen und technischen Leistungen, aber arm an emotionaler Zuwendung. Die heutige Medizintechnologie ist nahezu zwangsweise auf die körperlichen Symptome des Menschen fixiert und behandelt ihn als Objekt, wobei der Blick auf die gestörte Seelenlandschaft nicht selten gänzlich verstellt bleibt. Daß die iatrotechnische Sicht der sog. Schulmedizin, die den Körper in einzelne, notfalls zu reparierende Organe und Funktionen, zerlegt und darüber das Ganze aus den Augen verliert, schädlich sein kann wird zunehmend vielen bewußt. Viele Menschen, die alles im Griff haben, wissen nur eines nicht rechtzeitig effizient zu managen - ihren Körper. Wichtig jedoch ist, die Gesundheitsspanne möglichst über das gesamte Leben auszudehnen. Deshalb brauchen Menschen eine kompetente Begleitung in Sachen Gesundheit: individuelles Gewichts- und Gesundheitsmanagement, persönlicher Anti-Aging-Plan, individuelles Streß- und Schlafmanagement, persönlicher Anti-Cancer-Plan. Besonders Menschen im mittleren Alter müssen das Thema Gesundheit aktiv in Angriff nehmen, um ihre Leistungsfähigkeit und behandlungsfreie Lebenszeit zu verlängern. Das Fundament dafür ist die Triade der Gesundheit: die Einheit von Körper, Geist und Seele. Schon dem griechischen Arzt Hippokrates gelang es mit einer Theorie der Ganzheitlichkeit seine Patienten für die gesundheitliche Eigeninitiative zu sensibilisieren. Zu den wichtigsten Verhaltensmustern mit Auswirkungen auf die Gesundheit gehören exzessiver Alkoholgenuß, Zigarettenrauchen, Hyperlipidämie begünstigende Eßgewohnheiten, Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität. So sind z.B. alle Risikofaktoren, die Erkrankungen der Koronararterien begünstigen von der Lebensweise ganz oder zumindest teilweise abhängig; zwischen vielen besteht eine Wechselbeziehung. Grundvoraussetzungen für gute Gesundheit sind u.a.:
Eine ganzheitliche Therapie bei speziellen Risiken und Beschwerden, Ernährungs- und Gesundheitsberatung, Bewegung und Physiotherapie, Entspannungsübungen wirken in verschiedenen Lebensphasen aufbauend und stabilisierend. Mit ein paar bioaktiven Substanzen dazu läßt sich zum Teil ein ungesunder Lebensstil wettmachen bzw. korrigieren. |
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© 2000, Dr. med. Laitenberger |